Schuldenmanagement

Fünf Schritte zur Stabilisierung angespannter Finanzlagen

 

  1. Ausgaben auflisten und nach Dringlichkeit sortieren:

    Stellen Sie alle Ausgaben zusammen und sortieren Sie diese nach Wichtigkeit.Die Existenzsicherung steht an erster Stelle.
    So genannte Elementarzahlungen wie Strom, Gas, Wasser, Miete, Krankenversicherung sind immer zuerst zu bedienen. Wenn Sie erwerbstätig und auf das Auto angewiesen sind, auch die Kosten für Fahrkarten des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) oder den  PKW.

  2. Generieren von mehr Einkommen

    Wenn die Ausgaben die Einnahmen übersteigen, ist der Weg zur Zahlungsunfähigkeit kurz.
    Bei geringfügigen Abweichungen kann eine Einkommenserhöhung, wie zum Beispiel mit einem Nebenjob oder Überstunden, eine Entspannung der finanziellen Lage erreichen. Dazu sollte man sich, vor allem steuerlich, ausführlich beraten lassen, damit auch das gewünschte Ergebnis erzielt wird.

    Zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe können eventuell vorhandene Wertgegenstände bei einem Pfandleiher schnell und unbürokratisch in Bargeld getauscht werden. Kreditabwicklung, Zinsen und Gebühren sind gesetzlich geregelt.
    Eine andere Möglichkeit ist es, sich von nicht mehr benötigten Dingen zu trennen und diese auf dem Flohmarkt, in Kleinanzeigen oder auf eine der vielen Kleinanzeigen Seiten im Internet verkaufen.

  3. Unterstützung in Anspruch nehmen

    Lassen Sie sich beraten welche staatlichen Hilfen für Sie in Frage kommen.
    Neben Sozialhilfe, Grundsicherung und Hartz 4, gibt es viele weitere Leistungen, die Ihr Haushaltseinkommen erhöhen können.
    Elterngeld, Kindergeld und Kinderzuschlag können Familien deutlich entlasten.
    Gerade für Familien ist Wohngeld, gekoppelt mit Kinderzuschlag oftmals eine Option.
    Auch Eigenheimbesitzer haben Anspruch auf Wohngeld, und zwar in Form des sogenannten Lastenzuschusses. Er wird gewährt, wenn die Immobilie selbst und zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird.

  4. Reduzierung der Ausgaben

    Wenn die Zahlungsverpflichtungen zu hoch werden, kann man prüfen oder prüfen lassen, ob es möglich ist, diese zu reduzieren.
    Große Möglichkeiten dazu ergeben sich meist bei Versicherungen. Wägen Sie ab, auf welche Versicherungen Sie verzichten können und welche für Sie absolut notwendig sind. Oftmals zahlen Versicherte in mehreren Policen für die gleiche Leistung, sind also doppelt versichert. Die meisten Verbraucherzentralen bieten für solche Fälle Versicherungs-Checks an.
    Unverzichtbar sollte eine Haftpflichtversicherung mit hoher Deckungssumme sein, aber auch da lässt sich durch geschicktes Vergleichen einiges einsparen. Dies gilt auch für die Suche nach einer günstigen Autoversicherung.
    Bei Strom, Gas und Wasser helfen Online Portale bei der Suche nach einem günstigen Anbieter, damit lassen sich teileweise mehre hundert Euro im Jahr einsparen.
    Wenn Sie den Überblick über Ihre Ausgaben verloren haben , kann ein Haushaltsbuch bei der Organisation helfen. Dies kann man ganz klassisch mit einem Buch oder Heft machen, es gibt aber auch viele kostenlose Apps, die beim Finanzmanagement helfen.

  5. Organisation der Gläubiger

    Wenn Sie Ihre Schuldensituation aufgeschlüsselt haben, werden Sie feststellen, dass sich die Verpflichtungen auf unterschiedliche Gläubiger mit verschieden hohen Geldsummen belaufen. Sollten Sie noch zahlungsfähig sein, kann es sinnvoll sein Gläubiger mit kleineren Schuldsummen zuerst zu bezahlen. Schnell kann es passieren, dass aus einer 39,90 € Rechnung mit Mahn- und Inkassokosten, Rechtsanwaltsgebühren und Verzugszinsen, eine mehrere Hundert Euro hohe Forderung wird. Bei Raten- oder Kreditverpflichtungen kann durch geschicktes Verhandeln über Zinsen und Laufzeit eine Entspannung der Situation erfolgen.
    Sollten Sie jedoch bereits zahlungsunfähig sein, sollte Ihr Weg zu einer professionellen Stelle führen, die Ihnen in dieser Situation mit Rat und Tat zu Seite steht.
    Dazu wenden Sie sich am besten an eine nach § 305 InsO (Insolvenzordnung) geeignete Stelle zur Schuldnerberatung , wie einen der deutschen Wohlfahrtsverbände oder an eine nach
    § 305 InsO (Insolvenzordnung) geeignete Person, wie einen Notar, Steuerberater oder Rechtsanwalt.
    Wenn der Schuldenabbau trotz aller Bemühungen scheitert, ist eine Privatinsolvenz eine Möglichkeit innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes schuldenfrei zu werden.

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